Dieser Beitrag ist auch in folgenden Sprachen verfügbar: English Français Italiano Español

Im Jahr 2017 stammten sieben der zehn wichtigsten Exportgüter Großbritanniens aus dem Fertigungssektor – also Güter, die in Großbritannien hergestellt und ins Ausland exportiert wurden. Insgesamt entsprachen diese sieben Exportgüter einem Wert von etwa 361 Millionen Pfund und somit mehr als 400 Milliarden Euro – eine unglaubliche Menge Geld!

Export Commodities Ultimate Languages

Wichtigste Exportgüter im Vereinigten Königreich im Jahr 2017 (in Mio. GBP) (Statista, 2018)

Mit diesen Gütern werden auch verschiedenste schriftliche Unterlagen exportiert, von denen der Großteil in der Sprache der Länder verfügbar sein muss, in die sie exportiert werden. Es besteht also ein enormer Bedarf an professionellen technischen Übersetzungsdienstleistungen von Anbietern, welche die äußerst technische Natur der besagten Dokumentation handhaben können.

Unternehmen in den Bereichen Maschinenbau, Fertigung, Chemikalien, Fördertechnik oder auch Medizingeräte und pharmazeutische Produkte haben jeweils ihre eigenen konkreten Anforderungen und erfordern Fachkenntnisse, die in alle Sprachen, in denen sie kommunizieren, übertragen werden müssen. Dokumentation wie Wartungs- und Betriebshandbücher, technische Zeichnungen, Sicherheitsdatenblätter, Patente, Audits, Berichte, Verpackungen und CLP-konforme Etiketten sind allesamt hochspezialisiert und erfordern eine bestimmte Art von Übersetzer mit den entsprechenden Fachkenntnissen.

In diesem Beitrag gehen wir auf vier wichtige Faktoren ein, die bei der Erstellung hochwertiger technischer Übersetzungen berücksichtigt werden müssen.

1. Fachkenntnisse

Das Wichtigste zuerst: Würden Sie einen Reiseleiter bitten, eine industrielle Bohrmaschine für Sie zu bauen? Wohl eher nicht. Würden Sie also einem Übersetzer, der auf Reisen und Tourismus spezialisiert ist, die Übersetzung Ihrer Montageanleitung für die Bohrmaschine übertragen? Sicher auch nicht.

Fachkenntnisse sind bei Weitem der wichtigste Aspekt, wenn es um technische Übersetzungen geht. Sie werden mit einem Anbieter zusammenarbeiten wollen, der Erfahrung in Ihrem oder einem ähnlichen Sektor hat und diese auch nachweisen kann, z. B. anhand von Fallstudien, Empfehlungen oder Kundenreferenzen.

Auch die Übersetzer sollten entsprechende Erfahrung nachweisen können, etwa indem sie selbst in der Branche gearbeitet haben oder über mindestens fünf Jahre Erfahrung in der Übersetzung technischer Projekte verfügen. Auch die berufliche Weiterbildung ist ein wichtiger Faktor. Es lohnt sich also, nach einer Liste der Weiterbildungsmaßnahmen zu fragen, an denen die Übersetzer in den letzten zwei Jahren teilgenommen haben.

2. Glossare und Terminologieverwaltung

Neben den geeigneten Fachkenntnissen ist es auch wichtig, die branchenspezifische Fachterminologie korrekt und einheitlich zu verwenden, und das ist nur mithilfe von Glossaren möglich.

Wie in unserem Beitrag zu den Grundlagen der Übersetzung beschrieben, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Sprachdienstleister daran arbeiten, alle relevanten Glossare für jeden Ihrer Zielmärkte zu lokalisieren. Sie sollten auch über einen entsprechenden Workflow verfügen, in dessen Rahmen diese Glossare mindestens alle zwei Jahre geprüft und aktualisiert werden.

Wenn es um technische Dokumentation geht, gibt es vier verschiedene Kategorien von Terminologien:

  1. Traditionelle Glossare
  2. Nicht zu übersetzende Begriffe
  3. Glossare für Benutzeroberflächen
  4. Rechtliche Terminologie

Übersetzbare Glossare enthalten in der Regel die zentralen Begriffe, die in bestimmten Branchen und Unternehmen verwendet werden. Diese können zur Verwendung während des Übersetzungsprozesses lokalisiert werden und enthalten eine Erläuterung der Begriffe und die unterschiedlichen Zusammenhänge, in denen sie vorkommen können. Nicht zu übersetzende Begriffe sind hingegen Begriffe, die in der Ausgangssprache beibehalten werden sollen, wie Marken, urheberrechtlich geschützte Begriffe oder Produktnamen.

Glossare für Benutzeroberflächen beziehen sich mehr auf digitale Anwendungen und Software. Aber auch bei Anlagen muss mitunter sichergestellt werden, dass die Bediensysteme mit Begleitdokumenten wie Bedienungsanleitungen und Benutzerhandbüchern übereinstimmen.

Abschließen sind noch die sehr speziellen rechtlichen Begriffe aus Branchen wie der Chemie- und Pharmaindustrie zu erwähnen, die in der jeweiligen Dokumentation korrekt und einheitlich verwendet werden müssen. Es gibt eine Vielzahl von offiziellen Stellen –darunter auch die EU –, die Glossare für rechtliche Terminologie und somit ausreichend Möglichkeiten bereitstellen, sich zu informieren. Vergewissern Sie sich, dass Ihre Übersetzer dies tun und stets die aktuellen Begriffe verwenden.

3. Dateiformate

Die Vielfalt der Dateiformate, die zur Erstellung technischer Dokumentation verwendet werden, ist praktisch unbegrenzt. Jedes Unternehmen hat seine eigene bevorzugte Methode, wobei MadCap Flare, FrameMaker, LibreOffice Writer und Apple iBooks Author zu den häufigsten Formaten zählen, mit denen wir hier bei Ultimate Languages zu tun haben.

Hinzu kommen AutoCAD-Dateien, deren Lokalisierung etwas aufwändiger ist, oder auch PIM-Systeme (Produktinformationsmanagement), die immer häufiger eingesetzt werden.

Da jedes dieser Dateiformate für die Übersetzung entsprechend vorbereitet werden muss, wird Ihnen Ihr Übersetzungsanbieter sehr wahrscheinlich einige Stunden an technischer Lokalisierungsarbeit in Rechnung stellen. Lassen Sie sich davon aber nicht abschrecken – Sprachdienstleister mit Erfahrung im Umgang mit technischer Dokumentation wissen um die zahlreichen Wiederholungen in dieser Art von Text und werden sich bemühen, das optimale und effizienteste Verfahren für die Handhabung Ihrer technischen Projekte zu wählen. Mit anderen Worten: Die Anfangskosten können zwar etwas höher ausfallen, im weiteren Verlauf profitieren Sie jedoch von deutlichen Kosteneinsparungen.

4. Zusammenarbeit mit Prüfern

Unser abschließender Ratschlag betrifft die Einbindung Ihrer Teams oder Prüfer vor Ort in den Übersetzungsprozess. Dies ist überaus wichtig, da es sich bei technischer Dokumentation um hochspezialisierte Inhalte handelt. Redakteure, Vertriebsmitarbeiter und Händler, die die jeweilige Muttersprache sprechen, stellen in diesem Zusammenhang überaus wertvolle Ressourcen dar.

Hierbei sollten Sie die folgenden beiden Punkte berücksichtigen:

  1. Hat die Person Zeit, um Ihnen zu helfen?
  2. Beziehen Sie diese von Anfang an in den Übersetzungsprozess ein?

Unserer Erfahrung nach ist es sehr wichtig, die jeweiligen Länderteams in den Übersetzungsablauf einzubinden – schlussendlich hilft ihnen die Dokumentation dabei, ihre Arbeit zu erledigen. Um den Übersetzungsablauf unterstützen zu können, müssen sich die Teams oder Mitarbeiter im Klaren sein, was genau von ihnen erwartet wird.

Die Aufgaben reichen von der einfachen Genehmigung und Optimierung der lokalisierten Glossare bis hin zur sorgfältigen Prüfung sämtlicher übersetzter Inhalte vor der Veröffentlichung. Unser Blog zu Revision, fachlicher Prüfung und Korrekturlesen gibt Ihnen einen ersten Überblick und hilft Ihnen, die Aufgaben Ihrer Prüfer genau zu umreißen.

Wir stellen immer wieder fest, dass Kunden, die ihre Länderteams schon früh in ihre Übersetzungsprojekte einbeziehen, von zufriedenen Teams und qualitativ hochwertigen Übersetzungen profitieren. Sollte Ihr Unternehmen keine Zeit für diese Art von Prüfung haben, empfehlen wir, den Übersetzungsablauf von Ihrem Sprachdienstleister um einen zweiten Prüfungsschritt erweitern zu lassen, wie in der internationalen Norm für Übersetzungsdienstleistungen ISO 17100 dargelegt.

Ein guter Partner sollte Ihnen zudem anbieten, die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Prüfern zu übernehmen. Dabei tauscht sich dieser direkt mit Ihren Teams aus und nimmt Ihnen diese Vermittlungsarbeit ab. Erörtern Sie also auch diesen Aspekt mit Ihrem Sprachanbieter, wenn Sie über Ihre Gesamtlösung für technische Übersetzung sprechen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit diesem Beitrag einen Überblick verschaffen, worauf Sie bei Ihren technischen Übersetzungsprojekten achten sollten. Wenn Sie Fragen haben oder Ihre Anforderungen an technische Übersetzungen mit einem Mitglied des Teams von Ultimate Languages besprechen möchten, kontaktieren Sie uns bitte hier.