This post is also available in: English Español

Schon beim Lesen des Titels verwirrt? In diesem Beitrag erläutern wir die unterschiedlichen Begriffe, mit denen die Phase eines Übersetzungsprojekts beschrieben wird, in der die Übersetzung vor der Veröffentlichung durch „ein zweites Paar Augen“ geprüft wird.

Hierzu berufen wir uns auf die Terminologie, die in der offiziellen Dokumentation der Internationalen Norm für Übersetzungsdienstleistungen, der ISO17100, verwendet wird.

Bevor wir beginnen, sollten Sie sich folgende Frage stellen: „Wenn Sie für die Veröffentlichung gedachte Inhalte erstellen – von wie vielen Personen in Ihrem Unternehmen werden diese geprüft, bevor sie endgültig freigegeben werden?“

Wir stellen diese Frage, weil Kunden unserer Erfahrung nach häufig die zusätzlichen Kosten anzweifeln, die durch diesen Extra-Schritt im Rahmen der Qualitätssicherung ihres Projekts entstehen. Bekäme ich jedes Mal einen Cent, wenn ich die Frage „Also ich muss dafür bezahlen, dass jemand Ihre Arbeit prüft?!“ höre – ich wäre eine reiche Frau.

Aber im Ernst – ich nehme an, es waren mindestens zwei Personen an der Erstellung der schriftlichen Inhalte Ihres Unternehmens beteiligt, um deren Qualität sicherzustellen. Warum sollte das nicht auch für die Übersetzung dieser Inhalte gelten? Für mich liegt die Antwort auf der Hand.

Jetzt, wo ich Sie davon überzeugt habe, wie wichtig dieser Schritt ist, möchte ich die verschiedenen Dienstleistungen und Prozesse erläutern, die in Ihren Übersetzungsablauf eingebunden werden sollten.

Revision

Die offizielle ISO-Definition bezeichnet die Revision als …

„(die) zweisprachige Überprüfung eines zielsprachlichen Inhalts im Vergleich mit dem ausgangssprachlichen Inhalt auf Eignung für den vereinbarten Zweck.“

In diesem Fall übernimmt ein zweiter Übersetzer die Rolle des Revisors. Er stellt den Ausgangstext der übersetzten Version gegenüber und vergleicht die Texte nebeneinander, um sicherzustellen, dass der ursprüngliche Übersetzer den Ausgangstext erfolgreich in die gewünschte Zielsprache übertragen und lokalisiert hat.

Dabei wird u. a. Folgendes geprüft:

  • Korrekte und einheitliche Anwendung der geeigneten Stilrichtlinien und Glossare
  • Allgemeine Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion

Idealerweise arbeiten Übersetzer und Revisor hierbei zusammen, um sich gegenseitig Feedback zu geben und so die Übersetzung für den Kunden zu optimieren, damit dieser schließlich die bestmögliche Übersetzung erhält.

Im Idealfall arbeiten beide regelmäßig für den Kunden und verfügen so über den gleichen Stand an Kenntnissen und Fachwissen.

Fachliche Prüfung

ISO definiert die fachliche Prüfung offiziell als …

„(die) einsprachige Überprüfung eines zielsprachlichen Inhalts auf Eignung für den vereinbarten Zweck.“

Die fachliche Prüfung kann entweder durch den Revisor erfolgen, der den vorherigen Schritt ausgeführt hat, oder durch einen dritten Übersetzer, der die Rolle des fachlichen Prüfers übernimmt. Wir empfehlen, die Revision und die fachliche Prüfung vom selben Übersetzer durchführen zu lassen, um den Zeit- und Kostenaufwand so gering wie möglich zu halten. Schließlich gibt es den berühmten Ausdruck „Zu viele Köche verderben den Brei“ – zu viele subjektive Meinungen sind also nicht immer ideal.

Der fachliche Prüfer liest sich die Übersetzung als eigenständigen Text in der Zielsprache durch, um sicherzustellen, dass der Inhalt auch ohne Hinzuziehen des Ausganstexts Sinn ergibt.

Es ist wichtig, Ihrer Zielgruppe das Gefühl zu vermitteln, der Text wäre in ihrer Muttersprache geschrieben und nicht übersetzt worden. Das höchste Lob, das eine Übersetzung erhalten kann, ist, dass sie nicht wie eine Übersetzung klingt.

Die Prüfungen in dieser Phase konzentrieren sich mehr auf die Eignung und Angemessenheit der Inhalte für die Zielgruppe und -kultur. Genau darum geht es bei einer echten Lokalisierung. Außerdem kann es auch nicht schaden, noch einmal die Rechtschreibung zu prüfen! 

Korrekturlesen

Nach der offiziellen ISO-Definition muss man beim Korrekturlesen …

„einen redigierten zielsprachlichen Inhalt überprüfen und Korrekturen vor dem Druck durchführen“.

Wir bei Ultimate Languages verwenden das Korrekturlesen insbesondere für Übersetzungsprojekte, die ein gewisses Maß an Design- oder DTP-Arbeiten erfordern.

Wenn Sie das Desktop-Publishing für Ihre mehrsprachigen Inhalte ebenfalls Ihrem Übersetzungsanbieter übertragen, sollte Ihrerseits eine Prüfung der Designdateien erfolgen, bevor sie gedruckt werden.

Der Übersetzungsablauf kann in diesem Fall wie folgt aussehen:

Es bietet sich oft an, das Korrekturlesen der endgültigen Übersetzung vom ursprünglichen Übersetzer durchführen zu lassen, sodass dieser folgende Prüfungen vornehmen kann:

  • Sprachliche Prüfung: Wird der übersetzte Text in der Designdatei korrekt wiedergegeben? Wenn ja, ist er für den Zweck geeignet?
  • Layout-Prüfung: Wurden übersetzte Inhalte abgeschnitten oder gelöscht? Befinden sich die lokalisierten Bilder an der richtigen Stelle?
  • Funktionale Prüfung: Ist die Schriftart für meine Sprache geeignet? Ist die Schriftgröße für den Leser angemessen?

Das Feedback des Übersetzers erfolgt in Form von Änderungsvorschlägen, die zusammengefasst und dann dem DTP-Experten zur Einarbeitung weitergeleitet werden. Da mehrere Änderungsrunden erforderlich sein können, fragen Sie bei Ihrem Übersetzungsanbieter bitte unbedingt nach, wie viele Änderungsschritte in den vereinbarten Kosten enthalten sind.

Nutzung interner Ressourcen

Natürlich können bestimmte Aufgaben innerhalb dieser Prozesse auch von Mitarbeitern Ihres Unternehmens übernommen werden, solange diese die gewünschte Zielsprache als Muttersprache haben.

Wir bei Ultimate Languages arbeiten mit mehreren Kunden zusammen, die die Sprachkenntnisse ihrer örtlichen Teams im Rahmen des Übersetzungsablaufs nutzen. Sie sollten jedoch einige Fragen klären, bevor Sie Ihre Kollegen um Hilfe bitten:

  1. Welche Rolle/Aufgabe möchten Sie Ihren Kollegen übertragen? Die Revision? Die fachliche Prüfung? Das Korrekturlesen?
  2. Wird diese Aufgabe/Rolle in deren Stellenbeschreibung und tägliche/wöchentliche Aufgaben integriert?
  3. Haben sie Zeit, sich mit dem Übersetzungsanbieter auszutauschen, um z. B. Stilrichtlinien und Glossare zu erstellen?
  4. Gibt es jemanden, der die Aufgaben der Kollegen übernehmen kann, wenn diese im Urlaub oder zu beschäftigt sind?

Für die Gewährleistung einer hohen Übersetzungsqualität sollten Ihre Prüfer über ausreichend Zeit verfügen, um die Aufgaben bestmöglich erledigen zu können. Ist das nicht der Fall, kann es besser sein, diesen Bereich an Ihren Übersetzungspartner auszulagern. Häufig basiert dieser Entschluss, der ja nicht endgültig sein muss, auf dem Übersetzungsvolumen und der Dringlichkeit des Projekts. Es lohnt sich jedenfalls immer, diese Fragen mit den jeweiligen Beteiligten zu besprechen, um zu sehen, was realistisch ist.

Ich hoffe, Sie haben nun eine klarere Vorstellung davon, was die verschiedenen Schritte im Übersetzungsablauf beinhalten und wer diese ausführt. Sollten Sie Fragen zur Revision, fachlichen Prüfung oder zum Korrekturlesen haben, steht Ihnen unser Team von Ultimate Languages gerne zur Verfügung.